Elektro 2008 Moskau | EMR Euro Marekting + Research

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Messebesuch und ein paar Impressionen einer lebendigen Stadt mit langer Tradition


Die „Elektro“ ist die wichtigste elektrotechnische Messe in Russland.
Sie wird von Jahr zu Jahr professioneller. Grund genug, der russischen Hauptstadt einmal einen Besuch abzustatten und sich einen Eindruck zu verschaffen…


Russische Hersteller und Großhändler sowie internationale Firmen auf der »Elektro 2008«

Deutsche und italienische Firmen auf ihren Gemeinschaftsständen

Unglückliche Terminwahl
Der Termin für die »Elektro 2008« war denkbar unglücklich gewählt.
Die Veranstalter haben sich einfach über die Tatsache hinweggesetzt, dass Donnerstag, der 12. Juni seit 2002 als »Tag der russischen Nation« ein staatlicher Feiertag ist. Durch die in Russland übliche Regelung von Brückentagen war damit auch Freitag, der 13. Juni ein arbeitsfreier Tag. Ein ganz langes Wochenende also, das der Messe recht wenig Publikum am Donnerstag und noch weniger Besucher am Freitag bescherte. Die Aussteller – darunter ein deutscher und ein italienischer Gemeinschaftsstand – litten damit zwei Tage unter mehr als bescheidenen Besucherzahlen. Umso bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass diese negative Auswirkung mit einer anderen Terminfestlegung zu vermeiden gewesen wäre.

„Do you speak english?“
Die Antwort auf diese Frage lautet zu 90% „Njet!“ Russen sprechen auch heute noch kaum Fremdsprachen. Auf der Messe, im Hotel, in Taxis: No chance – weder für Englisch noch für das früher in Russland beliebte Deutsch. Das heißt: Ohne Dolmetscher geht bei beruflichen Kontakten gar nichts. Die Preise für diese dringend notwendigen Begleiter liegen bei 20 bis 40 EUR pro Stunde bzw. bei etwa 200 EUR pro Tag.

Moskau ist auch kulturell immer eine Reise wert

Sehenswürdigkeiten
Zu den zahlreichen sehenswerten Bauwerken Moskaus gehören viele Zeugnisse der Baukunst aus Vergangenheit und Gegenwart. Das bedeutsamste Bau- und Geschichtsdenkmal ist der Kreml, der älteste Teil Moskaus. Dort befindet sich auch der Sitz des russischen Präsidenten. Die bis auf den heutigen Tag erhalten gebliebenen Mauern und 19 Türme wurden im 15. Jahrhundert errichtet und waren damals eine beachtliche Befestigungsanlage. An den Kreml grenzt der Rote Platz, der Hauptplatz Moskaus, auf dem sich das Lenin-Mausoleum befindet. Der Name leitet sich vom russischen Krasnaja Ploschad ab. Die Bezeichnung Roter Platz ist nicht etwa politisch motiviert. Sie bezieht sich auch nicht auf die Farbe der Kremlmauern und -türme, deren Anstrich bis zum 19. Jahrhundert nämlich weiß war. Die Bezeichnung stammt vielmehr aus dem 16. Jahrhundert und bedeutet eigentlich »Schöner Platz«. Obwohl krasnaja auf Altrussisch »schön« bedeutet, ist »rot« die Hauptbedeutung dieses Wortes im heutigen Russischen geworden.

Unterwegs in Moskau – mit der Metro oder dem Auto

Nahverkehr
1924 fuhren die ersten Omnibusse und am 15. November 1933 der erste Oberleitungsbus in Moskau. Heute verfügt die Stadt über das längste Ober-leitungsbusnetz der Welt. Daneben verfügt die Stadt mit der Metro Moskau über ein leistungsfähiges System von Untergrundlinien. 1932 wurde mit dem Bau begonnen und der erste Streckenabschnitt am 15. Mai 1935 eröffnet. Heute ist ein Netz von über 280 Kilometern mit zwölf Linien und über 170 Stationen in Betrieb. Es werden acht bis neun Millionen Personen pro Tag befördert. Zur Rushhour fahren die Züge auf einigen Linien alle 90 Sekunden, und auch zu normalen Verkehrszeiten beträgt der Abstand zwischen den Zügen auf den meisten Linien nicht mehr als zwei bis drei Minuten.

Achtung Autofahrer!
Der Stadtverkehr von Moskau unterscheidet sich kaum noch von dem westlicher Großstädte. Mit einem kleinen Unterschied: Russische Fahrer scheinen sich durch die Bank als Formel I – Weltmeister zu fühlen. Rasantes Tempo, gewagte Überholmanöver und das Ausnutzen auch der kleinsten Lücke sind an der Tagesordnung – die russische Straßenverkehrsordnung scheint die unwichtigste Sache der Welt zu sein. Für Fußgänger heißt das: Versuchen Sie gar nicht erst, einen der großen Boulevards zu Fuß zu überqueren – es ist ein völlig hoffnungsloses Unterfangen, das bestenfalls in der Unfallklinik endet.

Abenteuer Taxi
Taxis in Moskau haben keinen Taxameter. Man kann sich vorstellen, was das bedeutet: Die Preise für die immer gleiche Fahrt von Messe zu Hotel und zurück differieren erheblich. Das geht von 400 Rubel (13 EUR) bei ausgehandeltem Preis eines an der Straße angehaltenen Privatwagens bis zu 1.300 Rubel (41 EUR) bei einer Bestellung durch das Hotel. Weil der Chauffeur kein Englisch spricht, sollte man immer ein Blatt Papier dabei haben, um sich mit schriftlich festgehaltenen Zahlen zu „einigen.

Ein Einkaufsparadies – nicht nur für Millionäre…

Shopping!
Die Stadt bietet heute eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten. Die Auswahl und die Vielfalt sind weit größer als in anderen Städten Russlands, dafür ist auch das Moskauer Preisniveau eines der höchsten im Land. Viele Geschäfte und Kaufhäuser sind in Moskau nicht nur von Montag bis Sonnabend, sondern auch sonntags geöffnet, große Supermärkte meist rund um die Uhr. Für Antiquitäten, Kunstwerke, Manuskripte und andere wertvolle Gegenstände, die nicht in den Souvenirgeschäften gekauft werden, ist eine Exportgenehmigung notwendig..

Das größte und bekannteste Kaufhaus in Moskau – und eines der größten der Welt – ist das Warenhaus GUM. Es befindet sich direkt am Roten Platz, gegenüber dem Lenin-Mausoleum und dem Kreml, mitten im Herzen Moskaus.



Leben in Moskau
In Moskau hat sich der Lebensstandard nach dem Jahr 2000 erheblich verbessert. Die Stadt hat sich seit Anfang der 1990er-Jahre von einer der preiswertesten zu einer der teuersten Städte der Welt entwickelt. Etwa 5 bis 10 % der Moskauer Bevölkerung zählen zur wohlhabenden oder reichen Schicht. Das heißt, rund eine Million Menschen besitzen eine hohe Kaufkraft. Rund 40 % der Einwohner, das sind etwa vier Millionen Menschen, gehören der neuen Mittelschicht an.